Autohaus König soll Insolvenz angemeldet haben. Eine unabhängige Bestätigung oder Stellungnahme des großen Renault- und Dacia-Händlers liegt zunächst nicht vor.
Der größte deutsche Händler von Renault- und Daciamodellen geht insolvent.
Die mögliche Insolvenz des Autohauses König ist ein erster Auswuchs der prekären Lage im deutschen Autohandel. Laut t-online, das sich auf die Zeitung Welt beruft, soll das Unternehmen ein Insolvenzverfahren beantragt haben. Eine eigene Stellungnahme von König und eine unabhängige Bestätigung lagen zum Zeitpunkt der Berichterstattung jedoch nicht vor.
82 Standorte und rund 1.200 Beschäftigte
Das Unternehmen entstand 1966 erst als Werkstatt in West-Berlin und betreibt dem Bericht zufolge nun 82 Standorte, vor allem in Ostdeutschland. Deutschlandweit beschäftigt die Gruppe demnach rund 1.200 Menschen. Zum Geschäft gehören der Verkauf von Renault- und Dacia-Fahrzeugen sowie Werkstattleistungen.
König bezeichnet sich als Deutschlands größten Renault-Händler und als ersten deutschen Dacia-Händler. Im ersten Quartal 2025 soll das Unternehmen 11.600 Fahrzeuge verkauft und einen Rekord beim Werkstattumsatz erreicht haben. Die konkreten Ursachen für die mögliche Insolvenz sind aus dem vorliegenden Material nicht ersichtlich.
Autohäuser unter wachsendem Druck
Der Fall steht in einem angespannten Branchenumfeld. Deutsche Autohäuser beklagen wachsende Herstellervorgaben und zunehmenden wirtschaftlichen Druck. Hohe Verkaufszahlen und ein starkes Werkstattgeschäft schützen Betriebe dabei nicht automatisch vor finanziellen Belastungen. Gerade große Händlergruppen müssen zahlreiche Standorte, Beschäftigte und laufende Investitionen finanzieren.
Hinzu kommen Veränderungen in den Vertriebsmodellen der Hersteller. Digitale Verkaufskanäle und neue Vorgaben können die Rolle des stationären Handels und dessen Ertragslage beeinflussen. Gleichzeitig bleiben Autohäuser für Auslieferungen, Wartung und Reparaturen wichtige Schnittstellen zu den Kunden. Welche Auswirkungen sich daraus konkret für König ergeben, lässt sich derzeit nicht beurteilen.
Händler fordern stärkere Interessenvertretung
Als Reaktion auf den wachsenden Druck wurde laut Bericht der Verband der Automobilhändler (VAD) gegründet. VAD-Vertreter Burkhard Weller forderte eine stärkere eigene Interessenvertretung der Händler und eine Einbindung der Branche in verkehrspolitische Entscheidungen. Nach eigenen Angaben beschäftigt der deutsche Autohandel rund 300.000 Menschen.
Für Beschäftigte, Kunden, Geschäftspartner und Hersteller bleibt die Lage bei König zunächst offen. Erst eine offizielle Mitteilung des Unternehmens oder des zuständigen Insolvenzgerichts würde Klarheit über den Verfahrensstand und mögliche Folgen für Standorte, Arbeitsplätze, Bestellungen und Serviceleistungen schaffen.