OpenAI weitet das werbefinanzierte Modell auf Deutschland aus. Gratis-Tarife erhalten künftig Anzeigen, während Bezahl-Abonnements weiterhin werbefrei bleiben.
OpenAI weitet sein Anzeigenmodell nach ersten Tests in den USA und weiteren Märkten nun auch auf Deutschland, Frankreich, Irland und Singapur aus. Das Unternehmen begründet diesen Schritt mit den hohen Betriebskosten für KI-Modelle, Rechenzentren und Infrastruktur, die durch die Werbeeinnahmen refinanziert werden sollen.
Welche Tarife Werbung erhalten
Die Werbeeinblendungen betreffen vor allem die Nutzerschaft der Tarife Free und Go. Kostenpflichtige Abonnements wie Plus, Pro, Business, Enterprise und Edu bleiben hingegen dauerhaft werbefrei.
Für Nutzer des kostenlosen Zugangs stellt OpenAI eine Ausweichmöglichkeit bereit: Sie können eine werbefreie Variante wählen, müssen im Gegenzug jedoch niedrigere Nutzungslimits bei Modellabfragen akzeptieren.
Datenschutz und Vorgaben für den europäischen Markt
Für den Einsatz im Europäischen Wirtschaftsraum gelten spezifische Datenschutzregeln:
- Deaktivierte Personalisierung: Personalisierte Werbung ist standardmäßig ausgeschaltet. Ohne ausdrückliche Einwilligung orientieren sich Anzeigen lediglich am aktuellen Chatverlauf sowie an Basissignalen wie Sprache, Gerät oder ungefährem Standort.
- Schutz von Minderjährigen: Konten von Nutzern unter 18 Jahren sind vollständig von Werbeeinblendungen ausgenommen.
- Sensible Themenbereiche: Bei sensiblen Themenkomplexen wird keine Werbung ausgespielt.
Klare Trennung zwischen KI-Antwort und Anzeige
Die Anzeigen erscheinen optisch getrennt unterhalb der regulären ChatGPT-Antworten und werden eindeutig als gesponserte Inhalte deklariert. OpenAI stellt klar, dass Werbetreibende keinen inhaltlichen Einfluss auf die generierten Texte haben und Anzeigen keine Empfehlungen der KI darstellen.
Zudem erhalten Werbekunden keinen Zugriff auf individuelle Unterhaltungen, Erinnerungen oder persönliche Daten, sondern ausschließlich aggregierte Leistungskennzahlen wie Klicks und Aufrufe.
Wie reagieren die Nutzer?
Dass OpenAI nun auch in Europa Anzeigen schaltet, sollten niemanden überraschen. OpenAI und auch andere Anbieter von LLMs (Large Language Models) haben zurzeit große Probleme zahlende Nutzer (vor allem Privatnutzer) zu bekommen. Außerdem fangen die Investoren langsam an mit den Hufen zu scharren. OpenAI schafft es eben noch nicht, private Nutzer zu einem Abo zu bewegen.
Ob Deutsche das zukünftig tun werden, wenn sie eine werbefreie Nutzung von ChatGPT wünschen ist fraglich und werden erst die nächsten Quartals- oder Halbjahreszahlen belegen können.
Zudem gibt es Workarounds: Registriert man sein Konto so, dass man unter 18 Jahre alt ist, ist eine weitere werbefreie Nutzung möglich.