Die GDC Deutschland GmbH beendet den Betrieb zum 30. September 2026. Eigentümer Christian Gries plant dennoch einen Neustart der Marke Depot mit weniger Filialen und stärkerem Onlinehandel.
Es ist die zweite Insolvenz von Depot
Die GDC Deutschland GmbH – Betreiber der Depot-Läden – verkündete, dass sie ihren Geschäftsbetrieb zum 30. September 2026 vollständig einstellen. Wegen eingetretener Masseunzulänglichkeit sollen sämtliche Arbeits- und Mietverträge gekündigt werden. Davon sind rund 730 Beschäftigte betroffen und verlieren ihren Arbeitsplatz.
Für die Marke Depot ist das Ende der Betreibergesellschaft jedoch nicht zwingend das Ende des Geschäfts. Eigentümer und Geschäftsführer Christian Gries will die Markenrechte in eine neue Gesellschaft einbringen und mit deutlich weniger Filialen noch mal neu starten. Wie viele Standorte zurückkehren, bleibt offen.
Filialnetz schrumpfte stark
Das Filialnetz wurde innerhalb von etwa zwei Jahren massiv verkleinert. Im Sommer 2024 betrieb Depot noch mehr als 300 Geschäfte. Nach mehreren Schließungswellen waren zuletzt nur noch rund 50 Standorte übrig. Nach der erneuten Insolvenz im Mai 2026 war zunächst die Schließung von 66 der damals rund 150 Filialen angekündigt worden.
Mit dem Ende der GDC Deutschland GmbH sollen auch die bisherigen Miet- und Arbeitsverhältnisse auslaufen. Für einen Neustart müsste die neue Gesellschaft deshalb eigene Mietverträge abschließen. Die künftige Zahl der Filialen hängt damit von den Konditionen und der wirtschaftlichen Tragfähigkeit einzelner Standorte ab.
Neue Vertriebsmischung geplant
Als mögliche Bestandteile des Geschäftsmodells gelten einzelne wiedereröffnete Filialen, Shop-in-Shop-Flächen etwa bei Rewe und Edeka sowie eine stärkere Ausrichtung auf den Onlinehandel. Die Marke könnte dadurch physisch präsent bleiben, ohne wieder ein großes eigenes Filialnetz finanzieren zu müssen.
Der Onlinehandel verspricht größere Reichweite und eine breitere Sortimentsdarstellung. Gleichzeitig verschärfen Onlineplattformen und preisaggressive Wettbewerber den Druck bei Preisen, Lieferzeiten und Verfügbarkeit. Für einen Neustart müssten daher Warenbestände, Logistik, Retouren und die Verbindung zwischen Webshop, Filialen und Partnerflächen zuverlässig organisiert werden.
Hoher Druck im Nonfood-Handel
Der Fall steht beispielhaft für die Probleme des stationären Handels im Non-Food-Bereich. Die schwache Konsumnachfrage trifft auf hohe Mieten und steigende Kosten für Personal und Logistik. Gleichzeitig begrenzen aggressive Preisstrategien und der wachsende Onlinehandel die Margen.
Ob Beschäftigte bei einer neuen Gesellschaft oder in zurückkehrenden Geschäften eine Perspektive erhalten, ist derzeit nicht bekannt. Die Markenrechte allein ersetzen weder tragfähige Mietkonditionen noch ein belastbares Kosten- und Vertriebsmodell. Depot muss daher zeigen, ob sich die bekannte Marke mit kleinerem stationärem Fußabdruck und stärkerem E-Commerce-Anteil dauerhaft profitabel fortführen lässt.