Das deutsche BIP wächst im zweiten Quartal 2026 um 0,3 Prozent. Starke Exporte treiben den Handel, während Konsum, Investitionen und Beschäftigung schwach bleiben.
Das BIP erzielte ein leichtes Wachstum von 0,3 Prozent
Die deutsche Wirtschaft ist im zweiten Quartal 2026 stärker gewachsen als zunächst angenommen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg gegenüber dem Vorquartal preis-, saison- und kalenderbereinigt um 0,3 Prozent. Das Statistische Bundesamt korrigierte seine erste Schätzung damit um 0,1 Prozentpunkte nach oben. Gegenüber dem Vorjahresquartal lag die Wirtschaftsleistung preisbereinigt 1,0 Prozent höher.
Exporte sind wichtigster Wachstumstreiber
Die Exporte von Waren und Dienstleistungen legten gegenüber dem ersten Quartal um 2,0 Prozent zu, die Warenausfuhren sogar um 2,6 Prozent. Im Jahresvergleich stiegen die Exporte um 3,7 Prozent, bei den Warenausfuhren betrug das Plus 5,0 Prozent. Das Verarbeitende Gewerbe wuchs im Quartalsvergleich um 0,9 Prozent. Im Jahresvergleich verzeichnete die Industrie erstmals seit dem ersten Quartal 2023 wieder ein Wachstum.
Auch die Umsätze im Groß- und Einzelhandel entwickelten sich laut Retail-News unter Berufung auf aktualisierte Destatis-Daten besser als zunächst angenommen. Das nährt die Hoffnung auf eine Stabilisierung im Handel. Von einem breit getragenen Aufschwung kann jedoch noch keine Rede sein.
Konsum und Investitionen bleiben schwach
Die Bruttoanlageinvestitionen sanken gegenüber dem Vorquartal um 0,2 Prozent. Bei Maschinen, Geräten und Fahrzeugen fiel der Rückgang mit 1,4 Prozent noch deutlicher aus. Die privaten und staatlichen Konsumausgaben legten jeweils nur um 0,1 Prozent zu. Die Erholung bleibt damit stark vom Auslandsgeschäft abhängig, während die Binnenkonjunktur kaum dynamischer wird.
Auch steigende Einkommen führten bislang nicht zu einem kräftigen Konsumschub. Die durchschnittlichen Bruttolöhne und -gehälter je Arbeitnehmer erhöhten sich im zweiten Quartal um 4,4 Prozent. Zugleich stieg die Sparquote leicht auf 9,6 Prozent. Die zusätzliche Kaufkraft floss damit nur begrenzt in den privaten Verbrauch.
Beschäftigung und EU-Vergleich dämpfen das Bild
Die Erholung geht zudem nicht mit einer besseren Beschäftigungslage einher. Im zweiten Quartal waren rund 45,7 Millionen Menschen mit Arbeitsort in Deutschland erwerbstätig. Das waren 212.000 Personen beziehungsweise 0,5 Prozent weniger als im Vorjahresquartal.
Im europäischen Vergleich blieb Deutschland ebenfalls zurück. Die EU wuchs gegenüber dem Vorquartal um 0,5 Prozent und im Jahresvergleich um 1,2 Prozent. Deutschland erreichte 0,3 beziehungsweise 1,0 Prozent.