Drogeriemarkt dm baut sein Angebot an Gesundheitsdienstleistungen weiter aus. Trotz rechtlicher Hürden sind nach Augenscreenings nun Tests zur Herz-Kreislauf-Vorsorge geplant.
Der Drogeriemarkt dm baut sein Angebot an Gesundheitsservices weiter aus. Geplant sind erste Pilotprojekte direkt in den Filialen des Karlsruher Unternehmen. Dort sollen laut Medienberichten Möglichkeiten eingeführt werden mit denen Kunden beim alltäglichen Einkauf wichtige Körperparameter überprüfen lassen können. Die Kundenbindung soll mit solchen Gesundheitsservices tiefergehend aufgebaut werden.
Prävention als Frequenzbringer im Filialnetz
Die strategische Erweiterung des Leistungsportfolios folgt einer klaren ökonomischen Logik: Während das klassische Sortiment aus Kosmetik und Haushaltswaren margenseitig unter Druck steht, versprechen niedrigschwellige Gesundheitschecks eine stabile Frequenz und eine vertiefte Kundenbindung im stationären Handel. Für die Kundschaft bedeutet die Messung im Vorbeigehen eine spürbare Zeitersparnis und eine niedrige Hemmschwelle im Vergleich zu regulären Vorsorgeterminen.
Juristischer Widerstand gegen medizinische Screenings
Der Vorstoß in das stark reglementierte Gesundheitswesen birgt jedoch erhebliche rechtliche Risiken. Im vergangenen Jahr hatte dm in acht ausgewählten Filialen, unter anderem in Düsseldorf, automatisierte Augenscreenings eingeführt. Das Angebot stieß auf massiven Widerstand und zieht juristische Konsequenzen nach sich: Wegen der durchgeführten Augenuntersuchungen muss sich der Konzern demnächst vor Gericht verantworten. Im Zentrum der Auseinandersetzung steht die Frage, wo die Grenze zwischen reiner Vorsorgedienstleistung und erlaubnispflichtiger Diagnostik verläuft.
Strategische Profilierung im Drogeriewettbewerb
Trotz der anhängigen Gerichtsverfahren hält das Management an seiner Healthcare-Ausrichtung fest. Die geplante Ausweitung auf Herz-Kreislauf-Checks signalisiert die Absicht, regulatorische Rahmenbedingungen im Einzelhandel aktiv auszutesten. Im Wettbewerb mit Konkurrenten wie Rossmann und Müller sowie dem wachsenden E-Commerce-Sektor setzt dm gezielt auf physische Serviceangebote, die sich digital nicht abbilden lassen und dem stationären Einkaufsort eine neue Relevanz verleihen.
Seit einiger Zeit hat dm bereits das kostenlose Stechen von Ohrlöchern in einigen Filialen angeboten. Eine Leistung, die nicht unbedingt medizinisch ist. Das zeigt jedoch, dass die Drogeriekette bereits den Mehrwert von In-Store-Services erkannt hat.