Im ersten Halbjahr legt DocMorris beim Umsatz spürbar zu und dämmt seine Verluste ein. Wesentlicher Treiber ist das bundesweite E-Rezept.
Der Versandapotheken-Konzern DocMorris verzeichnet im ersten Halbjahr 2026 ein spürbares Umsatzwachstum und eine deutliche Verbesserung der operativen Kennzahlen. Haupttreiber dieser Entwicklung ist die zunehmende Nutzung des elektronischen Rezepts in Deutschland sowie der Ausbau digitaler Dienstleistungen. Der Außenumsatz der Gruppe stieg im Vorjahresvergleich um 12,5 Prozent auf 627,8 Millionen Schweizer Franken (rund 675 Millionen Euro), während der ausgewiesene Umsatz um 13,4 Prozent auf 599,2 Millionen Franken zulegte.
Das digitale Rezept sorgt im deutschen Arzneimittelversandhandel für hohe Wachstumsraten.
Rezeptpflichtige Medikamente als Wachstumsmotor
Besonders dynamisch entwickelte sich das Geschäft mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln (Rx): Nach einem Erlösplus von 38,3 Prozent im gesamten Halbjahr beschleunigte sich das Wachstum im zweiten Quartal auf 45,8 Prozent. Die Zahl der aktiven Rx-Kunden stieg von Quartal eins zu zwei um 7,1 Prozent. DocMorris führt diesen Zuwachs auf gestiegene Wiederbestellraten, eine stärkere Kundenbindung und sinkende Kosten bei der Neukundengewinnung zurück. Infolgedessen hob das Management die Erwartung für das jährliche Rx-Umsatzwachstum von rund 20 auf nun etwa 40 Prozent an.
Digitale Services und Telemedizin legen kräftig zu
Ebenfalls kräftige Zuwächse verzeichnete der Bereich Digital Services, der unter anderem die Telemedizin-Tochter TeleClinic, Marktplatz-Aktivitäten und Retail Media bündelt. Der Segmentumsatz kletterte um 71,4 Prozent, während sich das operative Segment-EBITDA verdoppelte. TeleClinic steigerte die Erlöse um 48 Prozent und die Behandlungszahlen um 51 Prozent. Das restliche rezeptfreie Sortiment wuchs moderater: Der Non-Rx-Umsatz legte um 6,6 Prozent zu, reine OTC-Produkte verzeichneten ein Plus von 4,0 Prozent.
Ausblick auf den operativen Breakeven
Auf der Ergebnisseite verringerte DocMorris das bereinigte EBITDA im Halbjahr auf minus 10,9 Millionen Franken (Q1: minus 6,3 Millionen, Q2: minus 4,6 Millionen Franken). Das unbereinigte EBITDA lag unter anderem infolge von Aufwendungen für die KI-Ausrichtung und Standortschließungen bei minus 20 Millionen Franken. Für das Gesamtjahr 2026 engte das Unternehmen die EBITDA-Verlustprognose auf 10 bis 17,5 Millionen Franken ein und bekräftigte das Ziel, in der zweiten Jahreshälfte auf bereinigter Basis die operative Gewinnschwelle zu erreichen.