31,4 Prozent der Erwachsenen in Deutschland besitzen ein E-Bike oder Pedelec. Der Boom verändert Zielgruppen, Regionen sowie die Chancen für Handel und Service.
E-Bikes sind in Deutschland im Massenmarkt angekommen und erweitern das Geschäft um Service und Zubehör.
Das E-Bike ist in der breiten Bevölkerung angekommen. 31,4 Prozent der Erwachsenen in Deutschland besitzen inzwischen ein E-Bike oder Pedelec. Das geht aus einer von Heise zitierten Umfrage von E.ON und Civey hervor. Seit 2020 hat sich die Besitzquote mehr als verdoppelt.
Besitzquote steigt deutlich
2020 lag der Anteil bei 15,2 Prozent. Für 2024 nennt der Bericht 24,7 Prozent, für 2025 rund 28 Prozent. Der aktuelle Wert markiert damit einen weiteren Schritt in Richtung Massenmarkt. Die Zahlen erfassen den Besitz, nicht den Absatz einzelner Marken oder die jährlich verkauften Räder.
Für den Handel wächst mit der installierten Basis die Bedeutung von Wartung, Ersatzteilen, Akkus, Zubehör, Leasing und gebrauchten Elektrorädern. Zugleich treffen Händler auf Kunden, die bereits Erfahrungen mit E-Bikes haben und beim nächsten Kauf gezielter vergleichen.
Die Erhebung basiert auf einem gewichteten Online-Panel mit jährlich bis zu 30.000 Befragten und erfasst ausschließlich Erwachsene. Weniger digital affine Gruppen könnten unterrepräsentiert sein. Die Ergebnisse sind daher als Befragungsdaten und nicht als amtliche Vollerhebung einzuordnen.
Niedersachsen mit hoher Verbreitung
Regional fällt der Markt unterschiedlich aus. In Niedersachsen besitzen laut Bericht 39,4 Prozent der Erwachsenen ein Elektrorad. Auf Landkreisebene führt die Grafschaft Bentheim ebenfalls mit 39,4 Prozent, gefolgt von Borken mit 36,6 Prozent, Coesfeld mit 36,2 Prozent und Steinfurt mit 35,9 Prozent.
In ostdeutschen Flächenländern liegen die Quoten nach früheren Auswertungen tendenziell niedriger. Für Thüringen werden rund 21 Prozent genannt. Als mögliche Einflussfaktoren gelten Fahrradtradition, Radwege und mittlere Pendeldistanzen. Einen kausalen Nachweis liefert die Umfrage daraus nicht.
Jüngere holen auf
Bei den 18- bis 29-Jährigen stieg der Besitzeranteil von 9,8 Prozent im Jahr 2021 über 13,8 Prozent im Jahr 2023 auf 17,5 Prozent im Jahr 2024. Höher liegen weiterhin die Altersgruppen ab 50 Jahren: bei den 50- bis 64-Jährigen 26,4 Prozent und bei den über 65-Jährigen 27,6 Prozent.
Rund 40 Prozent der E-Bike-Besitzer nutzen das Elektrorad laut Umfrage als Alternative zum Auto. Von den Menschen ohne E-Bike können sich 27,6 Prozent vorstellen, für kurze Strecken bis zehn Kilometer auf ein Pedelec umzusteigen. Nach Darstellung des Berichts ersetzen etwa 12 bis 13 Prozent der Erwachsenen bereits regelmäßig Pkw-Fahrten durch E-Bike-Fahrten.
Für Händler rücken damit neben dem Verkauf auch Service, Versicherung, Zubehör und transparente Beratung in den Mittelpunkt. Der E-Bike-Markt wächst weiter, wird mit zunehmender Verbreitung aber zugleich regional differenzierter und anspruchsvoller.