Ebay bündelt sein Europageschäft: Deutschlandchefin Saskia Meier-Andrae übernimmt künftig die Marktplätze in allen EU-Ländern und soll das grenzüberschreitende Wachstum vorantreiben.
Ebay will sein Europageschäft organisatorisch stärker bündeln, um im EU-Binnenmarkt wieder zu wachsen und Marktanteile von Konkurrenten wie Amazon zurückzugewinnen. Im Mittelpunkt steht die Vereinfachung des grenzüberschreitenden Handels für Händler und Käufer.
Saskia Meier-Andrae, bislang Deutschlandchefin von Ebay, soll künftig zusätzlich die Führung der Marktplätze in allen EU-Ländern übernehmen. Gemeinsam mit einem Managementteam soll sie Konzepte entwickeln, mit denen Angebot, Suche und Versand über Ländergrenzen hinweg besser zusammenspielen. Das geht aus einem Gespräch Meier-Andraes mit dem Handelsblatt hervor, das am 11. September 2026 veröffentlicht wurde.
Ebay will Exporthürden abbauen
Nach eigenen Angaben will Ebay die Exporthürden für Verkäufer weitgehend beseitigen und zugleich das Vertrauen der Kunden in Auslandskäufe stärken. Erste Maßnahmen seien bereits eingeleitet worden. Konkrete Details nennt der vorliegende Bericht jedoch nicht.
Die geplante Neuordnung zielt auf eine stärkere Verzahnung der bislang national geprägten Marktplätze. Händler sollen ihre Angebote leichter in mehreren EU-Ländern sichtbar machen können. Dafür müssen unter anderem Sortiment, Suchfunktionen und Versandinformationen über die Ländergrenzen hinweg besser aufeinander abgestimmt werden.
Der EU-Binnenmarkt bietet Anbietern grundsätzlich Zugang zu zahlreichen Ländern. In der Praxis erschweren jedoch unterschiedliche Erwartungen an Sprache, Sortiment, Versand und Kaufabwicklung den grenzüberschreitenden Handel. Für kleinere Unternehmen kann der zusätzliche Aufwand eine erhebliche Hürde darstellen.
Wettbewerb mit Amazon
Der Umbau erfolgt vor dem Hintergrund, dass Ebay seine frühere dominante Stellung im Onlinehandel an Amazon verloren hat. Seit Jahren kämpft der Konzern darum, beim Wachstum im E-Commerce den Anschluss zu halten und seine Wettbewerbsposition zu stabilisieren.
Eine stärkere europäische Bündelung allein verändert die Marktposition jedoch nicht. Entscheidend wird sein, ob Händler im Tagesgeschäft tatsächlich von einer einfacheren internationalen Sichtbarkeit und effizienteren Abläufen profitieren. Für Käufer könnte ein größeres grenzüberschreitendes Angebot die Auswahl erweitern. Vertrauen dürfte dabei vor allem durch klare Informationen sowie eine verlässliche Bestellung und Lieferung entstehen.
Mit der zusätzlichen Verantwortung für die EU-Marktplätze erhält Meier-Andrae eine zentrale Rolle bei der Umsetzung der Strategie. Ob aus der organisatorischen Neuordnung tatsächlich mehr Handel zwischen den Mitgliedstaaten entsteht, hängt von den noch nicht veröffentlichten Maßnahmen ab.