Die Girocard wächst bei Akzeptanz und Nutzung. Kontaktloses Bezahlen wird zum Regelfall, während digitale Anwendungen die Kartenzahlung erweitern.
Kontaktlose Bezahlverfahren gewinnen im deutschen Handel weiter an Bedeutung. Foto: Kampus Production/Pexels
Die Girocard baut ihre Stellung im deutschen Handel weiter aus. Im ersten Halbjahr 2026 waren rund 1,397 Millionen aktive Terminals für Girocard-Zahlungen ausgestattet. Das entspricht einem Wachstum von 11,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum und einem neuen Höchststand. Damit kamen etwa 140.000 neue Stellen hinzu, die die Girocard akzeptieren.
Auch die Nutzung nahm zu: Zwischen Januar und Juni wurden rund 4,21 Milliarden Girocard-Transaktionen registriert, 4,0 Prozent mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Der Umsatz stieg dagegen nur um 0,8 Prozent auf 151,9 Milliarden Euro. Der durchschnittliche Zahlbetrag sank von 37,28 Euro auf 36,12 Euro. Die Girocard wird damit häufiger für kleinere Einkäufe eingesetzt.
Kontaktloses Bezahlen wird zum Regelfall
Besonders deutlich zeigt sich der Wandel bei der technischen Nutzung. Im Juni 2026 wurden rund 92 Prozent der girocard-Transaktionen kontaktlos durchgeführt, nach 88 Prozent im Juni 2025. Nahezu alle Akzeptanzterminals unterstützten laut Bericht inzwischen die entsprechende Technologie.
Kontaktloses Bezahlen ist dabei nicht auf die physische Karte beschränkt. Auch Smartphone und Smartwatch können für eine Girocard-Zahlung eingesetzt werden. Für Verbraucher gewinnt damit die Einbindung in digitale Wallets und Bankanwendungen an Bedeutung.
Neue Anwendungen über die Kasse hinaus
Das Einsatzgebiet soll künftig über die klassische Kartenzahlung am stationären Point of Sale hinausgehen. Geplant sind laut Bericht die Integration der Girocard in Händler-Apps, Vorautorisierungen etwa für Hotel- oder Mietwagenbuchungen sowie eine stärkere Verknüpfung mit Kundenbindungsprogrammen.
Für Händler könnte die Girocard damit stärker mit digitalen Kundenkonten, Bonusprogrammen und transaktionsbezogenen Services verbunden werden. Die Einbindung in digitale Wallets unterstützt diese Entwicklung zusätzlich. Aus einem vorwiegend stationären Kartenverfahren soll so ein Zahlungsmittel für weitere digitale Anwendungen werden.
Bedeutung für den Zahlungsmarkt
Eine Erhebung der Unzer Group stellt die beliebtesten Zahlungsmethoden in Deutschland auf einem Blick zur Verfügung. Im Jahr 2025 lag Girocard tatsächlich im stationären Handel bei 40,5 %. Die aktuellen Zahlen stärken die Position der Girocard im deutschen Banken- und Handelsmarkt noch weiter. Für Verbraucher stehen die hohe Verfügbarkeit und die kontaktlose Nutzung über verschiedene Geräte im Vordergrund. Die beliebtesten Zahlungsoptionen unterscheiden sich im E-Commerce und im stationären Handel, weshalb Entscheider sich bewusst sein sollten, welche der vielen Optionen für ihr Geschäft an zunehmende Bedeutung gewinnt.