Heimtraining ist ein fester Bestandteil des Fitnessmarkts. Für den Sporthandel entstehen Chancen, Equipment, digitale Services und wiederkehrende Kundenkontakte zu verbinden.
Heimtraining und eigenständiges Training außerhalb klassischer Fitnessstudios haben sich in Deutschland etabliert. Laut der im Bericht zitierten YouGov-Auswertung trainieren 19 Prozent der Verbraucher selbstorganisiert, während 22 Prozent Mitglied in einem Fitnessstudio sind. Für den Sporthandel erweitert sich damit der relevante Kontaktpunkt von Studio und Filiale auf Wohnung, Arbeitsplatz und Smartphone.
Selbsttrainierende investieren in Equipment
Die Zielgruppe ist für Händler relevant, weil selbsttrainierende Verbraucher häufig eigenes Equipment nutzen. Insgesamt greifen 74 Prozent der Selbsttrainierenden auf mindestens eine Trainingsform mit Geräten oder typischem Sportequipment zurück. Dazu zählen etwa Hanteln, Matten und Trainingsgeräte.
Auch das Einkommen spielt eine Rolle. In Haushalten mit einem Einkommen von mehr als 200 Prozent des Medians trainieren laut Bericht 23 Prozent der Befragten eigenständig. Bei Personen mit niedrigerem Einkommen liegt der Anteil bei 18 Prozent. Für den Handel spricht das für Angebote, die sich bei Preis, Platzbedarf und Nutzungsintensität unterscheiden.
Decathlon liegt beim nächsten Einkauf vorn
Bei der Frage nach dem nächsten Einkauf führt Decathlon laut YouGov-Auswertung mit 30 Prozent. Es folgen Intersport mit 18 Prozent, SportScheck mit 14 Prozent und Sport2000 mit fünf Prozent. Auch beim ausgewiesenen Preis-Leistungs-Verhältnis erzielt Decathlon dem Bericht zufolge einen höheren Value-Net-Score als Intersport.
Das Ranking unterstreicht die Bedeutung eines verständlichen Preis-Leistungsversprechens. Gerade beim Heimtraining vergleichen Kunden Produkte online und müssen deren Nutzen ohne persönliche Beratung einschätzen können. Strukturierte Produktinformationen und klare Anwendungshinweise können diese Entscheidung unterstützen.
Apps verlängern die Kundenbeziehung
Zusätzliche Potenziale entstehen durch die Verbindung von physischem Produkt und digitaler Nutzung. Laut Bericht verwenden 27 Prozent der Heimtrainierenden eine Fitness-App, weitere 12 Prozent nutzen Ernährungs-Apps. Der Kontakt zum Kunden endet damit nicht zwangsläufig mit dem Kauf oder Versand eines Trainingsgeräts.
Sportfachhändler können passende Trainingsroutinen, redaktionelle Inhalte und ergänzende Angebote mit ihren Produktkategorien verknüpfen. So lassen sich regelmäßige Kontakte und Anlässe für Folgekäufe schaffen. Für kleinere Händler können Kooperationen mit spezialisierten App-Anbietern oder Trainingsplattformen eine Alternative zur eigenen technischen Entwicklung sein.
Heimtraining entwickelt sich damit vom reinen Equipment-Geschäft zu einer potenziell längerfristigen Kundenbeziehung. Entscheidend ist, Produkte, Preis-Leistung, digitale Unterstützung und verlässlichen Service zu einem konsistenten Angebot zu verbinden.