Dürre und ein geringeres Anbauvolumen könnten die Kartoffelpreise in NRW erhöhen. Eine starke Belastung für Verbraucher erwartet Ministerin Gorißen jedoch nicht.
Kartoffelernte unter zunehmend herausfordernden Wetterbedingungen. Foto: Wolfgang Weiser/Pexels
Kartoffeln dürften in Nordrhein-Westfalen teurer werden. Nach Einschätzung der Landwirtschaftskammer NRW führen Ernteeinbußen durch die diesjährige Dürre und ein bereits reduzierter Anbau zu einem geringeren Angebot.
Dürre belastet die Kartoffelernte
Karl Werring, Präsident der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, nennt zwei Gründe für die erwartete Entwicklung: Hitze und Trockenheit haben die Erträge gedrückt. Zugleich haben Landwirte den Kartoffelanbau nach einer besonders großen Produktion im Vorjahr zurückgefahren.
Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen (CDU) erwartet ebenfalls höhere Kartoffelpreise. Sie rechnet jedoch nicht mit Preissteigerungen, die Verbraucher stark belasten. Die vorläufige Erntebilanz für Nordrhein-Westfalen fällt trotz Hitze und Trockenheit insgesamt nicht schlecht aus. Die Getreideernte wird als solide eingeschätzt.
Herbstkulturen besonders betroffen
Deutlich schlechtere Erträge werden bei den Herbstkulturen erwartet. Beim Mais können die regionalen Schäden laut Einschätzung der Landwirtschaftskammer bis zum Totalausfall reichen. Auch bei Zuckerrüben und Kartoffeln wird mit einer geringeren Ausbeute gerechnet.
Die Obsternte bietet ein differenziertes Bild. Für Zwetschgen und Kirschen bestehen gute Aussichten, während Erdbeeren hinter den Erwartungen zurückbleiben könnten. Bei Äpfeln warb Werring dafür, auch kleinere und süßere Früchte aus trockenen Jahren zu akzeptieren.
Klimawandel als Herausforderung
Gorißen sieht den Klimawandel als größte Herausforderung für die Landwirtschaft. Sie setzt auf robustere Pflanzensorten und begrüßte die vom Europäischen Parlament im Juni beschlossene Öffnung für sogenannte Neue Genomische Techniken.
Mit diesen Verfahren soll die DNA von Pflanzen gezielt verändert werden, ohne Erbmaterial anderer Arten einzubringen. Ziel ist es, Sorten schneller widerstandsfähig gegen Trockenheit, Krankheiten und Schädlinge zu machen. Kurzfristig dürfte dies die aktuelle Kartoffelsaison jedoch nicht verändern. Für die Preise sind zunächst die tatsächlichen Ernteausfälle und die verfügbare Menge entscheidend.