Deutsche Verbraucher sehen Vorteile von KI-Agenten bei Krediten und Preisvergleichen. Sobald die Systeme mit Finanzdaten selbstständig handeln, wächst die Skepsis.
Deutsche Verbraucher sind offen dafür, KI-Agenten bei Finanzaufgaben einzusetzen, wollen die Kontrolle aber nicht vollständig abgeben. Das zeigt eine von Experian beauftragte Forrester-Studie unter mehr als 6.000 Menschen in 13 Ländern, darunter 480 Befragte aus Deutschland.
Hohe Akzeptanz bei vorbereitenden Aufgaben
Für einen Kreditantrag würden 67 Prozent der Befragten in Deutschland einem KI-Agenten die erforderlichen Finanzdaten überlassen. 82 Prozent vertrauen KI bereits beim Vergleich verschiedener Kreditangebote. Auch einen weiteren Schritt können sich viele vorstellen: 54 Prozent würden einem Agenten erlauben, in ihrem Namen einen Kredit oder eine Kreditkarte zu beantragen.
Die Zustimmung nimmt jedoch ab, sobald die finanzielle Tragweite steigt. Mit 62 Prozent zählt zugleich eine deutliche Mehrheit der deutschen Befragten zu den Skeptiker:innen. Die Bewertung KI-generierter Informationen liegt bei 6,2 von 10 Punkten und damit unter dem internationalen Durchschnitt von 6,8 Punkten.
Sparpotenzial und Sicherheitsbedenken
Als wichtigster möglicher Vorteil gilt das Sparpotenzial. 80 Prozent der Deutschen hoffen laut Bericht, mithilfe von KI die besten Preise zu finden. Agenten könnten Angebote schneller vergleichen und Entscheidungen vorbereiten.
Dem steht eine erhebliche Sorge vor Manipulation gegenüber. 78 Prozent befürchten, dass ein Agent durch gefälschte Angebote getäuscht oder von Cyberkriminellen übernommen werden könnte. Entscheidend sind damit nicht nur die Qualität der Empfehlungen, sondern auch der Schutz von Zugängen, Daten und Berechtigungen.
Vertrauen in den Anbieter ist entscheidend
75 Prozent der Befragten würden sich mit einem KI-Angebot wohler fühlen, wenn es von einem bereits vertrauten Unternehmen wie der eigenen Hausbank stammt. Der Anbieter schafft damit einen Vertrauensvorschuss, ersetzt aber keine nachvollziehbaren Schutzmechanismen.
Die Studie deutet darauf hin, dass Akzeptanz weniger an einem grundsätzlichen Nein zu KI scheitert als an Bedingungen wie Sicherheit, Identitätsschutz und Transparenz. Ebenso offen ist die Frage, wer für Fehlentscheidungen, manipulierte Angebote oder unberechtigte Transaktionen haftet. Für Banken, Fintechs und Handelsplattformen bedeutet das: Erfolg verspricht vor allem ein nachvollziehbarer Assistent mit klaren Berechtigungen, sichtbaren Freigaben und jederzeit erkennbarer menschlicher Kontrolle.