Eine Studie der Hochschule Hannover zeigt: Schon ein KI-Label kann Produktbilder abwerten und die Kaufabsicht beim Onlineshopping deutlich senken.
Zweifache Bestrafung: KI-generierte Produktbilder müssen von Händlern gekennzeichnet werden – eine Studie belegt, das Kunden das abschreckt
Bemerken Kunden Hinweise darauf, dass Produktbilder mit KI-generiert sind, könnte dies einen negativen Einfluss auf das Kaufinteresse haben. Das fand eine experimentelle Studie der Hochschule Hannover heraus, die Anfang September erscheinen soll. Laut einem vorliegendem Bericht soll die Studie zu dem Ergebnis gekommen sein, dass vor allem die Kennzeichnung selbst die Wahrnehmung verschlechtert – unabhängig davon, ob ein Bild tatsächlich mit künstlicher Intelligenz erstellt wurde oder nicht.
Ob dieses Produktbild mit KI generiert oder natürlich aufgenommen wurde war nicht ausschlaggebend für die Ergebnisse der Studie
An dem Online-Experiment nahmen 163 Personen teil. Sie bewerteten Bilder von Kaffee, Schokolade, Jacken und Rucksäcken. Die Motive waren teils klassische Produktfotos und teils KI-generiert. Zusätzlich wurde das Label „KI-generiert" unabhängig von der tatsächlichen Bildquelle eingeblendet.
Sobald ein Bild entsprechend gekennzeichnet war, sanken laut Bericht sowohl die Einstellung zum Produkt als auch die Kaufabsicht deutlich. Das galt demnach auch für konventionell produzierte Fotos, die fälschlicherweise mit dem KI-Hinweis versehen wurden. Ohne Kennzeichnung zeigte sich dagegen kein nachweisbarer Nachteil für KI-generierte Bilder bei der Produkteinstellung. Bei der Kaufabsicht ergab sich für KI-Bilder sogar ein leichter Vorteil.
Das mag daran liegen, dass die Mehrheit der Menschen gute KI-generierte Bilder nicht von herkömmlichen Produktbildern unterscheiden kann, die an und für sich schon häufig überinszeniert wirken. Das Alter, das Geschlecht und eine unterschiedlich ausgeprägte KI-Kompetenz veränderten den Label-Effekt in den erhobenen Daten nicht erkennbar. Auch zwischen Genuss- und Nutzprodukten zeigte sich dem Bericht zufolge kein relevanter Unterschied. Als mögliche Erklärung gilt, dass ein pauschaler Hinweis Zweifel an der Authentizität und an der korrekten Darstellung des Produkts wecken kann.
Handlungsempfehlungen für Händler
Die Studie gehört zu den ersten, die solch einen Zusammenhang belegen konnte. Die Studie gehört zu den ersten, die diesen Zusammenhang belegen. Das bringt Händler in Bedrängnis, da der EU‑AI-Act neue Transparenzpflichten fordert. Auf der anderen Seite sind kostenlose oder günstige Tools en masse verfügbar. Moderne Shopsysteme wie Shopify stellen ihren Händlern von Haus aus integrierte Tools zur Verfügung, womit Produkt- oder Kampagnenbilder mithilfe von KI generiert werden können.
Da der Zugang und die Bequemlichkeit für viele Händler überwiegen, sind Händler angehalten, einen hybriden Ansatz zu wählen. Ein reales Foto als Hauptmotiv, ergänzt durch präzise Hinweise wie „Hintergrund KI-generiert, Produkt unverändert“ sowie 360-Grad-Ansichten. Händler sollten KI-Tools nur vorsichtig einsetzen. Um die Markenpsychologie und die Langzeitwirkung von KI auf Konsumenten zu verstehen, braucht es jedoch noch weitere Marktforschung.