Eine YouGov-Umfrage zeigt: Mehr als die Hälfte der Unternehmensmanager erwartet, dass KI-Tools die Google-Suche bei der Kundengewinnung bald ablösen könnten.
Die KI-Suche rückt als möglicher Zugang zu neuen Kunden stärker in den Fokus von Marken und Händlern. Mehr als die Hälfte der von YouGov befragten Unternehmensentscheider in Deutschland erwartet laut HORIZONT, dass Suchanfragen über KI-Tools die klassische Google-Suche zur Kundengewinnung in naher Zukunft ablösen könnten.
Die Umfrage unter rund 500 Managern beschreibt allerdings Erwartungen und Einschätzungen, keinen bereits nachgewiesenen Wandel des Suchverhaltens. Als Beispiele für KI-gestützte Anwendungen nennt der Bericht ChatGPT und Google Gemini.
Von der Trefferliste zur generierten Antwort
Klassische Suchmaschinen präsentieren vor allem Links, aus denen Nutzer selbst auswählen. KI-Systeme fassen Informationen dagegen zu Antworten zusammen und können Produkte oder Anbieter vorschlagen. Die Auswahl findet damit möglicherweise früher statt: Eine Marke muss zunächst in den Kontext einer Antwort gelangen, bevor ein Besuch im Shop, auf einem Marktplatz oder auf der eigenen Website erfolgt.
Für Händler gewinnt damit die Qualität ihrer Produkt- und Unternehmensinformationen an Gewicht. Eindeutige Angaben zu Eigenschaften, Zielgruppen, Verfügbarkeit und Leistungsversprechen erleichtern es, Inhalte maschinell einzuordnen. Eine Garantie für eine Erwähnung ist das nicht.
Große Unternehmen sind optimistischer
Die Einschätzungen unterscheiden sich nach Unternehmensgröße. Entscheider großer Unternehmen zeigen sich laut Bericht optimistischer gegenüber der Entwicklung als Vertreter kleiner und mittlerer Unternehmen. Die Umfrage weist jedoch nicht aus, worauf diese Unterschiede zurückzuführen sind.
Für kleinere Händler kann eine klare Spezialisierung dennoch relevant sein. Fachwissen, regionale Nähe und nachvollziehbare Beratung können dazu beitragen, als passende Quelle wahrgenommen zu werden. Die klassische Suchmaschinenoptimierung bleibt dabei wichtig: Google ist weiterhin ein zentraler Zugang zum Web, und KI-Dienste greifen vielfach auf öffentlich verfügbare Inhalte zurück.
Neue Prüfgrößen für Marken
Händler sollten beobachten, wie verschiedene KI-Dienste ihre Marke, Produkte und Unternehmensangaben darstellen. Dabei gilt es, mögliche Fehler bei Preisen, Eigenschaften, Verfügbarkeit oder Kontaktdaten zu erkennen und die eigenen Kanäle aktuell zu halten. Ergänzend zu Traffic, Umsatz und Conversion können Erwähnungen in KI-Antworten als Beobachtungsgröße dienen.
Für Verbraucher kann die neue Suche Recherche und Vorauswahl beschleunigen. Eine generierte Antwort ist jedoch keine neutrale Kaufberatung. Anbieter müssen deshalb weiterhin dafür sorgen, dass Kunden wichtige Angaben auf den eigenen Kanälen prüfen können.