Klarna überarbeitet sein Mitgliedschaftsmodell und bietet vier Tarife mit gestaffeltem Cashback, Versicherungen und digitalen Abos, um die Conversion zu steigern.
Klarna hat sein kostenpflichtiges Mitgliedschaftsmodell grundlegend überarbeitet und bietet ab sofort vier gestaffelte Tarife an. Das schwedische Fintech will damit nicht nur die Kundenbindung stärken, sondern auch die Conversion im E-Commerce steigern. Die neuen Stufen heißen Everywhere, Plus, Premium und Max – und sie kommen mit deutlich mehr Cashback und Zusatzleistungen daher.
Die Einführung erfolgt in den kommenden Wochen in mehreren europäischen Märkten, darunter Deutschland, Österreich, Frankreich, Italien, Spanien, Großbritannien und die nordischen Länder. Für den deutschen Markt, der für Klarna traditionell einer der wichtigsten ist, bedeutet das eine strategische Neuausrichtung: weg vom reinen Zahlungsdienstleister, hin zu einem umfassenden Shopping-Ökosystem.
Vier Stufen, ein Ziel: Mehr Wert für den Kunden
Der günstigste Tarif Everywhere kostet 4,99 Euro im Monat und ersetzt den bisherigen Core-Tarif. Er ermöglicht die Nutzung von Klarna überall dort, wo Visa akzeptiert wird – ohne zusätzliche Servicegebühren. Plus liegt bei 9,99 Euro, Premium bei 19,99 Euro und Max bei 44,99 Euro monatlich. Die Tarife lassen sich flexibel wechseln, was vor allem für Nutzer von Vorteil ist, die je nach Reise- oder Einkaufsverhalten unterschiedliche Leistungen benötigen.
Das Herzstück der neuen Mitgliedschaften ist das gestaffelte Cashback. Bei Plus gibt es 0,5 Prozent, bei Premium ein Prozent und bei Max 1,5 Prozent auf alle Einkäufe. Bei ausgewählten Händlern innerhalb der Klarna-App wird das Cashback je nach Stufe verdoppelt bis vervierfacht. Das bietet insbesondere für Vielbesteller einen schnellen Mehrwert. Klarna bewirbt einen möglichen jährlichen Gegenwert der enthaltenen Leistungen von bis zu 6.000 Euro – das hängt aber stark von Tarif, Markt und individueller Nutzung ab.
Zusatzleistungen: Vom Einkaufsschutz bis zur Lounge
Die höheren Tarife bieten eine Reihe von Zusatzleistungen, die über reines Cashback hinausgehen. Dazu gehören Einkaufsschutz, Bestpreisgarantie, Reise- und Mietwagenversicherung sowie verlängerte Garantie. Premium-Mitglieder erhalten Zugang zu bis zu 12 digitalen Abonnements, Max-Mitglieder sogar zu bis zu 23 – darunter Dienste wie NordVPN, Headspace, The New York Times und Blinkist. Max-Mitglieder bekommen außerdem unbegrenzten Zugang zu Flughafen-Lounges, fünf Gigabyte Reise-Datenvolumen, einen höheren Status bei der Global Hotel Alliance und eine Metallkarte.
Eine besondere Funktion: Bei nicht erstattungsfähigen Reisen und Veranstaltungen soll eine Erstattung von 70 Prozent möglich sein, wenn mindestens 24 Stunden vorher storniert wird. Das bietet Mehrwert für alle, die viel unterwegs sind oder kurzfristig Pläne ändern müssen. Der Sparzins wird bei Plus um 0,1 Prozentpunkte, bei Premium um 0,2 Prozentpunkte erhöht – auch das ein nützliches Extra, auch wenn die Zinssätze aktuell nicht die höchsten am Markt sind.
Was bedeutet das für den E-Commerce?
Aus Händlersicht profitiert man von höheren Konversionsraten, wenn Klarna-Mitglieder als Kunden gewonnen werden. Denn die Mitglieder sind tendenziell loyaler und kaufen häufiger ein. Das liegt nicht nur am Cashback, sondern auch an den Zusatzleistungen, die das Einkaufserlebnis insgesamt verbessern. Klarna selbst argumentiert, dass die neuen Tarife die Kundenbindung stärken und die durchschnittliche Bestellgröße erhöhen.
Für den deutschen Markt, der sich in einer wirtschaftlich schwierigen Phase befindet, ist das ein vielversprechender Ansatz. Die Verbraucher sind preissensibler geworden, gleichzeitig suchen sie nach Mehrwert. Klarna spielt hier eine Doppelrolle: Es bietet den Kunden einen Anreiz, mehr zu kaufen, und den Händlern ein Werkzeug, um die Conversion zu steigern. Ob das in der aktuellen Konsumflaute funktioniert, wird sich zeigen müssen. Die ersten Reaktionen aus der Branche sind jedenfalls positiv.
Testangebote für Neukunden
Neukunden können Everywhere und Plus im ersten Monat für 0,99 Euro testen, für Premium und Max gibt es 30 Prozent Rabatt auf die ersten drei Monate. Das ist ein strategisch kluger Schritt, um die Hemmschwelle zu senken und möglichst viele Nutzer von den Vorteilen zu überzeugen. Auch ohne kostenpflichtige Mitgliedschaft bleiben grundlegende Klarna-Dienste wie Zahlungsoptionen, die Klarna Balance, die Karte im Debitmodus sowie Cashback bei ausgewählten App-Händlern verfügbar. Das stellt sicher, dass die Basis nicht abgeschreckt wird.
Insgesamt zeigt der Schritt, dass Klarna sich weiterentwickelt – von einem reinen Zahlungsdienstleister zu einem umfassenden Shopping-Begleiter. Die neuen Mitgliedschaften sind ein klares Signal an den Markt: Wer bei Klarna mitmacht, bekommt mehr als nur eine Zahlungsmethode. Und für den E-Commerce in Deutschland und Europa könnte das ein wichtiger Impuls sein, um die Conversion in schwierigen Zeiten zu stabilisieren.
Häufige Fragen
Was kostet die günstigste Klarna-Mitgliedschaft?
Die günstigste Stufe heißt Everywhere und kostet 4,99 Euro im Monat. Sie ermöglicht die Nutzung von Klarna überall dort, wo Visa akzeptiert wird, ohne zusätzliche Servicegebühren.
Welche Zusatzleistungen bietet die Max-Mitgliedschaft?
Max-Mitglieder erhalten unbegrenzten Zugang zu Flughafen-Lounges, fünf Gigabyte Reise-Datenvolumen, einen höheren Status bei der Global Hotel Alliance, eine Metallkarte sowie bis zu 23 digitale Abonnements. Außerdem gibt es 1,5 Prozent Cashback und eine Erstattung von 70 Prozent bei nicht erstattungsfähigen Reisen.
Kann ich die Tarife monatlich wechseln?
Ja, die Tarife lassen sich flexibel wechseln. Das ist besonders praktisch, wenn du in einem Monat mehr reist und die Max-Vorteile nutzen möchtest, im nächsten Monat aber mit dem günstigeren Plus-Tarif auskommst.
Bleiben die grundlegenden Klarna-Dienste kostenlos?
Ja, auch ohne kostenpflichtige Mitgliedschaft bleiben Zahlungsoptionen, die Klarna Balance, die Karte im Debitmodus sowie Cashback bei ausgewählten App-Händlern verfügbar.