Deutsche Verbraucher zeigen eine wachsende Bereitschaft, für umweltschonende Verpackungen mehr zu bezahlen. Der finanzielle Spielraum bleibt jedoch eng begrenzt.
Die Zahlungsbereitschaft deutscher Verbraucher für umweltfreundliche Produktverpackungen steigt wieder an. Laut der aktuellen Studie Sustainable Product Packaging von Simon-Kucher sind 60 Prozent der Konsumenten grundsätzlich bereit, für nachhaltig verpackte Waren einen höheren Preis zu zahlen. Das entspricht einem Zuwachs von sechs Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr.
Trotz anhaltender wirtschaftlicher Belastungen wie Inflation und hoher Energiepreise stufen 71 Prozent der Befragten das Thema als mindestens genauso wichtig ein wie zuvor.
Enge Preisgrenzen und eine deutliche Kluft zwischen den Generationen
Der finanzielle Spielraum für Preisanpassungen bleibt allerdings strikt limitiert. Rund 30 Prozent der befragten Konsumenten akzeptieren lediglich einen maximalen Aufschlag von fünf Prozent auf den gesamten Produktpreis.
Zudem zeigt die Erhebung erhebliche Unterschiede zwischen den Altersgruppen:
- Unter 25-Jährige: In dieser Gruppe sind 83 Prozent zu Mehrkosten für nachhaltige Verpackungen bereit.
- Über 54-Jährige: Hier liegt der Anteil lediglich bei 51 Prozent.
Diese Spreizung um 32 Prozentpunkte unterstreicht, wie unterschiedlich das Preisbewusstsein je nach Zielgruppe ausfällt.
Sichtbare Materialreduktion schlägt offizielle Umweltsiegel
Bei der Kaufentscheidung kommt es den Verbrauchern vor allem auf pragmatische und unmittelbar nachvollziehbare Maßnahmen an:
- Minimaler Materialeinsatz: Für 49 Prozent der Befragten gilt eine erkennbare Reduktion des Materials als wichtigstes Nachhaltigkeitsmerkmal.
- Verständliche Recyclinghinweise: Leicht nachvollziehbare Angaben zur Entsorgung folgen auf dem zweiten Platz.
- Offizielle Umweltlabels: Lediglich 26 Prozent betrachten klassische Siegel als maßgebliches Kriterium.
Ein minimaler Materialeinsatz wird von Verbrauchern mit mehr Vertrauen belohnt
Hohe Zustimmung zu Verboten und Vorgaben gegen Leerraum
Auch gegenüber regulatorischen Eingriffen zeigen sich die Befragten aufgeschlossen. Die meiste Zustimmung verbuchen Verbote bestimmter Einwegverpackungen mit 37 Prozent sowie verbindliche Vorgaben zur Reduzierung von Leerraum im Versand mit 35 Prozent. Eine Ausweitung bestehender Pfandsysteme findet mit 25 Prozent hingegen den geringsten Zuspruch.