Als Reaktion auf die Rekordpreise am Silbermarkt stellt der Schmuckkonzern Pandora schrittweise auf Platinbeschichtungen um. Die Endkundenpreise sollen dennoch stabil bleiben.
Der dänische Schmuckkonzern Pandora zieht Konsequenzen aus den drastisch gestiegenen Rohstoffkosten und stellt wesentliche Teile seines Sortiments von massivem Silber auf Platinbeschichtungen um. Wie Geschäftsführerin Berta de Pablos-Barbier ankündigte, soll der Silberanteil im Gesamtportfolio von derzeit rund 60 Prozent auf etwa 20 Prozent sinken. Damit will das Unternehmen die Abhängigkeit von den stark schwankenden Edelmetallmärkten verringern, die zuletzt die Unternehmensgewinne belasteten.
Materialwechsel sichert Margen ohne Preiserhöhung
Hintergrund des Schritts ist eine beispiellose Rallye am Edelmetallmarkt: Der Silberpreis hatte sich im vergangenen Jahr mehr als verdoppelt und markierte im Januar zeitweise Rekordstände von über 100 US-Dollar je Feinunze, bevor er sich bei rund 75 US-Dollar einpendelte. Obwohl Platin pro Unze teurer ist als Silber, setzt Pandora künftig auf eine Veredelung günstigerer Legierungen mit einer Platinbeschichtung. Auf diese Weise lassen sich die Herstellungskosten senken, während die Verkaufspreise für Kundinnen und Kunden stabil bleiben.
Branchenexperten werten die Umstellung als strategisch geschickten Schritt: Da Platin als hochwertiges Edelmetall wahrgenommen wird, bleibt das Premium-Gefühl der Marke gewahrt, während das Unternehmen von robusteren Margen profitiert.
Da der Preis für Silber im letzten Jahr anzog entscheidet sich Pandora nun gegen Sterling Silber.
Stufenweiser Rollout bis 2028
Die Einführung erfolgt kontrolliert in mehreren Schritten. Pandora startet zunächst einen Testlauf mit einer Auswahl der meistverkauften Armbänder in 30 Filialen sowie im nordeuropäischen Online-Handel. Verläuft die Resonanz positiv, ist der weltweite Rollout für die zweite Jahreshälfte 2026 vorgesehen. Bis 2028 soll die Transformation des Sortiments vollständig abgeschlossen sein.
Zunächst übernimmt ein externer Dienstleister die Beschichtung der Schmuckstücke. Schrittweise soll die Fertigung im Anschluss vollständig an die konzerneigenen Produktionsstandorte in Thailand und Vietnam übertragen werden.
Kritik kommt von Kunden
Loyale Kunden der Marke bemängeln auf Reddit, dass dieser Schritt viele davon abhalten wird erneut Produkte bei Pandora zu kaufen. Worte wie "Costume Jewelry" zu Deutsch 'Modeschmuck' sind gefallen. Zwar verstehen einige, dass die Materialkosten gestiegen sind, verweisen jedoch auch darauf, dass Pandora die Preise in den letzten Jahren bereits höher angesetzt habe.
Die Marke, die sich Pandora jahrelang aufgebaut hat, könnte durch diese Entscheidung einen herben Schlag nehmen. Bekannt geworden ist Pandora vor allem für sogenannte Charms (siehe Bild). Die kleinen Anhänger sind gedacht für Armbänder und erfreuen sich äußerster Beliebtheit. In verschiedenen europäischen Städten gibt es Sondereditionen der Charms je nach Stadt.
Viele Kunden befürchten, dass durch die neue Beschichtung, neu gekaufte Stücke schnell anlaufen und das Preis-Leistungs-Verhältnis künftig zerstören.