Das Konsortium aus Stripe und Advent International zieht sein PayPal-Angebot laut Bloomberg zurück. Nun muss PayPal operativ liefern und den Turnaround schaffen.
PayPal ist weiterhin ein Schwergewicht des Online-Zahlungsverkehr
Der geplante milliardenschwere Übernahmeversuch von PayPal ist vorerst beendet. Ein Konsortium aus Stripe und Advent International habe sein Übernahmeangebot laut Bloomberg zurückgezogen. Damit entfällt für Anleger zunächst die Aussicht auf eine kurzfristige Transaktionsprämie. PayPal muss seine operative Erholung nun ohne den Rückenwind eines möglichen Eigentümerwechsels beweisen.
Verwaltungsrat lehnte das Angebot ab
Die Offerte soll 60,50 US-Dollar je PayPal-Aktie und damit insgesamt mehr als 53 Milliarden US-Dollar umfasst haben. Der Verwaltungsrat von PayPal bewertete das Angebot dem Bericht zufolge als zu niedrig und lehnte es ab. Ob die Gespräche zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufgenommen werden, bleibt offen. Vorerst ist der Übernahmeversuch jedoch beendet.
An der Börse sorgte der Rückzug für Enttäuschung. Die PayPal-Aktie verlor laut Bericht im vorbörslichen Handel zeitweise mehr als zehn Prozent. Mit dem Ende der Übernahmefantasie rücken wieder Umsatz, Margen, Zahlungsvolumen, Kundenbindung und die Fähigkeit zu profitablem Wachstum in den Mittelpunkt.
Größe allein reicht nicht
PayPal bleibt ein bedeutender Zahlungsdienstleister im Online-Zahlungsverkehrt. PayPal ist im deutschen E-Commerce eine der beliebtesten Zahlungsoptionen der Kunden. Im zweiten Quartal 2026 wickelte das Unternehmen laut dem vorliegenden Bericht ein Zahlungsvolumen von 486,4 Milliarden US-Dollar ab, erzielte 8,68 Milliarden US-Dollar Umsatz und verfügte über rund 439 Millionen aktive Kundenkonten. Diese Größenordnung verleiht dem Konzern weiterhin erhebliches Gewicht im globalen Onlinehandel.
Gleichzeitig gilt das Wachstum als begrenzt, während operativer Gewinn und Marge zuletzt leicht rückläufig waren. PayPal muss daher zeigen, dass seine Reichweite für Händler einen konkreten Mehrwert liefert. Moderne Checkout-Lösungen, eine zuverlässige Betrugsprävention und die Einbindung neuer Bezahlverfahren werden dabei ebenso wichtig wie Kostenkontrolle und technische Anschlussfähigkeit.
PayPal erfährt jedoch auch viel Kritik: steigende Abwicklungsgebühren, ein schlechter Kundensupport oder auch die Rufe nach einer europäischen Alternative sind Punkte, an denen PayPal im europäischen Markt an seine Expansionsgrenzen stößt.
CEO Enrique Lores unter Druck
Der seit März 2026 amtierende CEO Enrique Lores soll die Transformation beschleunigen. Genannt werden Effizienzsteigerungen, technologische Innovationen, neue Wachstumsfelder, moderne Checkout-Lösungen und der Einsatz künstlicher Intelligenz. Entscheidend ist, ob daraus messbare Verbesserungen bei Wachstum, Profitabilität und Kundennutzen entstehen.