Redcare bereitet den Wechsel zu PoPP vor. Ab September 2027 soll ein Smartphone-Check-in für das E-Rezept möglich werden. Bis dahin läuft eHealth-CardLink wohl parallel.
Der digitale Zugang zum E-Rezept steht vor einer weiteren Ausbaustufe. Mit dem Proof of Patient Presence, kurz PoPP, soll ab September 2027 ein Check-in per Smartphone möglich werden, der auch die Fernversorgung unterstützt. Für Redcare und andere Versandapotheken beginnt damit eine Übergangsphase zwischen dem heute eingesetzten eHealth-CardLink-Verfahren und einer neuen digitalen Infrastruktur.
Nach dem vorliegenden Bericht sieht die gematik die Gesundheits-ID als digitalen Versicherungsnachweis vor. Sie könnte damit eine zentrale Rolle beim künftigen E-Rezept-Zugang übernehmen. Für die spätere Einlösung eines E-Rezepts soll ein von der gematik zugelassenes PoPP-Modul erforderlich sein.
CardLink soll zunächst parallel weiterlaufen
Bis zum Start der zweiten PoPP-Stufe soll das eHealth-CardLink-Verfahren weiterlaufen. Redcare erwartet laut Bericht eine Verlängerung seiner CardLink-Lizenz bis Ende März 2028. Eine abschließende Bestätigung dafür liegt bislang nicht vor. Bei Umsetzung dieses Zeitplans blieben ab dem geplanten Start des Smartphone-Check-ins rund sechs Monate für den Parallelbetrieb und die schrittweise Migration auf PoPP.
Für Versandapotheken ist ein reibungsloser Übergang wichtig. Zusätzliche Authentifizierungsschritte können den Bestellprozess erschweren und Kunden zum Abbruch bewegen. Redcare begrüßt laut Bericht neben der Gesundheits-ID weitere Zugangswege über die elektronische Gesundheitskarte und perspektivisch die europäische EUDI-Wallet. Der Mehrwege-Ansatz soll unterschiedliche technische Voraussetzungen der Versicherten berücksichtigen, erhöht aber zugleich die Anforderungen an die technische Umsetzung und Nutzerführung.
Rx-Geschäft gewinnt an Gewicht
Der Übergang fällt in eine Wachstumsphase des verschreibungspflichtigen Geschäfts. Redcare steigerte den Konzernumsatz 2025 laut Bericht um 24,1 Prozent auf rund 2,9 Milliarden Euro. Der deutsche Rx-Umsatz wuchs um 98 Prozent auf 503 Millionen Euro. Für 2026 erwartet das Unternehmen ein Konzernumsatzwachstum von 15 bis 17 Prozent und deutsche Rx-Erlöse von 680 bis 720 Millionen Euro.
- Konzernumsatz 2025: rund 2,9 Milliarden Euro
- Deutscher Rx-Umsatz 2025: 503 Millionen Euro
- Erwarteter deutscher Rx-Umsatz 2026: 680 bis 720 Millionen Euro
Mit dem Wachstum steigt die Bedeutung eines stabilen digitalen Rezeptzugangs. Planungssicherheit hängt nun vor allem von der finalen PoPP-Spezifikation und der verbindlichen Ausgestaltung der Übergangsphase ab. Für Redcare und andere Marktteilnehmer entscheidet sich daran, wie schnell sie ihre Systeme anpassen und den Wechsel im laufenden Betrieb organisieren können.