Die Schleich-Übernahme nimmt Form an: Gläubiger wollen Forderungen in Anteile umwandeln und könnten dadurch die Kontrolle über den Spielzeughersteller gewinnen.
Es schleicht sich ein neuer Eigentümer an bei dem Spielzeughändler
Beim angeschlagenen Spielzeughersteller Schleich zeichnet sich ein Eigentümerwechsel ab. Kreditgeber des Unternehmens, darunter die Beteiligungsgesellschaft H.I.G. Capital, wollen demnach im Rahmen einer finanziellen Restrukturierung die Kontrolle übernehmen. Dafür sollen Forderungen der Finanzgläubiger in Anteilsrechte an der Schleich Group Holding umgewandelt werden.
Anmeldungen bei Wettbewerbsbehörden
H.I.G. Capital hat beim Bundeskartellamt laut dem vorliegenden Bericht den indirekten Erwerb einer Minderheitsbeteiligung an der Schleich Group Holding angemeldet. Ein ähnlicher Antrag wurde demnach bei den österreichischen Wettbewerbsbehörden eingereicht.
In den Anträgen ist laut Bericht von einer Gruppe von Kreditgebern die Rede, die mittelbar sämtliche Anteile an der Holding erwerben wolle. H.I.G. Capital wollte den Vorgang nicht kommentieren. Die Anmeldungen geben damit einen Hinweis auf die geplante Transaktion, belegen aber noch keinen endgültigen Abschluss oder eine feststehende Beteiligungsverteilung.
Restrukturierung mit neuen Eigentümern
Im Kern geht es um eine sogenannte Debt-to-Equity-Transaktion. Dabei werden finanzielle Forderungen in Eigenkapital umgewandelt. Die bisherigen Eigentümer könnten dadurch erheblich verwässert werden oder ihre Stellung verlieren. Die Gläubiger würden im Gegenzug Anteile und damit Einfluss auf die weitere Entwicklung des Unternehmens erhalten.
Schleich wurde 1935 von Friedrich Schleich gegründet und zählt zu den bekannten deutschen Spielzeugherstellern. Das Unternehmen produziert unter anderem Tier-, Dinosaurier- und Einhornfiguren sowie Figuren zu bekannten Marken wie „Die Schlümpfe".
Eine Übernahme durch die Gläubiger wäre Teil einer finanziellen Neuordnung des Unternehmens. Welche Auswirkungen sie auf Sortiment, Vertrieb und Geschäftsentwicklung hätte, ist derzeit offen. Entscheidend wird sein, ob die beteiligten Kreditgeber, Schleich und weitere Anspruchsgruppen eine Einigung über die Restrukturierung erzielen.
Die Verfahren bei den Wettbewerbsbehörden sind ein weiterer formaler Schritt. Erst im weiteren Verlauf dürfte sich zeigen, ob die Transaktion genehmigt wird, wie die Eigentumsverhältnisse künftig konkret aussehen und welche strategische Ausrichtung die neue Eigentümerstruktur verfolgen wird.