Die Schwarz Gruppe investiert bis 2033 bis zu 5,6 Milliarden Euro in ein Rechenzentrum bei Rostock. Die Leistung soll von 240 Megawatt auf ein Gigawatt wachsen.

Die Schwarz Gruppe steigt in den Rechenzentren-Markt ein
Quelle: Schwarz Gruppe
Die Schwarz Gruppe und die Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern haben laut Pressemitteilung eine Partnerschaft zum Ausbau digitaler Infrastruktur vereinbart. Im Gewerbegebiet Dummerstorf im Landkreis Rostock soll ein Rechenzentrum entstehen. Dafür will die Unternehmensgruppe bis 2033 bis zu 5,6 Milliarden Euro investieren. Die Umsetzung steht unter dem Vorbehalt der erforderlichen Genehmigungen.
Ausbau auf bis zu ein Gigawatt vorgesehen
Das Rechenzentrum soll zunächst eine Anschlussleistung von 240 Megawatt erreichen. Langfristig ist laut Bericht ein Ausbau auf bis zu ein Gigawatt bis 2045 vorgesehen. Die Infrastruktur soll das digitale Ökosystem der Schwarz Gruppe sowie die IT- und Digitalsparte Schwarz Digits unterstützen. Im Mittelpunkt stehen Cloud- und KI-Anwendungen.
Schwarz Digits bündelt unter anderem die Cloud-Plattform STACKIT und weitere digitale Angebote der Unternehmensgruppe. Die Kapazitäten in Dummerstorf sollen dafür eine langfristige technische Grundlage schaffen.
Digitale Souveränität im Fokus
Ein weiterer Schwerpunkt der Vereinbarung ist die digitale Souveränität. Gemeinsam mit dem Land sollen Cloud- und KI-Lösungen nach deutschem Recht sowie Anwendungen für Verwaltung und Bildung entwickelt werden.
Im Laufe des Jahres 2026 sollen erste Projekte starten. Dazu gehören eine digitale Baugenehmigung auf der Cloud-Plattform STACKIT und der Einsatz der Open-Source-Lösung openDesk für sichere digitale Arbeitsplätze von Lehrkräften. Nach Vorstellung der beteiligten Partner könnten die daraus entstehenden Lösungen später auf weitere Regionen und Verwaltungsbereiche übertragen werden.
Erneuerbare Energie und Abwärme
Für den Betrieb des Rechenzentrums ist ausschließlich Strom aus erneuerbaren Energien vorgesehen. Als Standortvorteile werden die Verfügbarkeit von Windenergie in Mecklenburg-Vorpommern und ein möglicher Anschluss an das 380-Kilovolt-Höchstspannungsnetz genannt.
Zusätzlich soll die entstehende Abwärme über ein Fernwärmenetz genutzt werden. Dazu besteht laut Bericht eine Absichtserklärung mit den Stadtwerken Rostock.
Die beteiligten Partner verstehen das Vorhaben als Modellprojekt für digitale Infrastruktur, Cloud- und KI-Anwendungen sowie die Verwaltungsdigitalisierung. Der geplante Ausbau macht Dummerstorf zu einem langfristig angelegten Standort für die digitale Strategie der Schwarz Gruppe und für gemeinsame Projekte mit dem Land Mecklenburg-Vorpommern.
Einschätzung der Redaktion
Dass die Schwarz Gruppe, welche die Supermarktketten LIDL, Kaufland und Rewe betreibt, nun in den Rechenzentren-Markt einsteigen möchte,