Trotz eines Umsatzwachstums auf 14,3 Milliarden Euro bleibt PDD Holdings hinter den Prognosen zurück. Preiskampf in China und Regulierungen im Ausland belasten den Temu-Eigentümer spürbar.
Der chinesische E-Commerce-Konzern PDD Holdings, Muttergesellschaft des Online-Marktplatzes Temu, muss einen Dämpfer bei der Wachstumsdynamik hinnehmen. Im zweiten Quartal steigerte das Unternehmen seinen Umsatz um acht Prozent auf 112,36 Milliarden Yuan (das sind rund 14,3 Milliarden Euro). Damit verfehlte der Konzern jedoch die Erwartungen der Finanzmärkte: Laut Daten von LSEG hatten Analysten im Schnitt mit Erlösen in Höhe von 116,35 Milliarden Yuan gerechnet.
Noch deutlicher fiel der Rückgang bei der Profitabilität aus. Der Nettogewinn von PDD Holdings brach im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um zwölf Prozent auf 27,2 Milliarden Yuan ein. Die Zahlen spiegeln die zunehmenden Hürden wider, mit denen die chinesischen Plattformgiganten im In- und Ausland konfrontiert sind.
Preiskampf im Heimatmarkt und globale Regulierung
Die Konzernführung begründet das verlangsamte Tempo und den Margendruck vor allem mit zwei wesentlichen Faktoren:
- Verschärfter Wettbewerb in China: Angesichts einer veränderten Konsumstimmung im Heimatmarkt tobt unter den großen Handelsplattformen ein anhaltend harter Preiskampf, der hohe Rabatte und Subventionen erfordert.
- Regulatorische Hürden im Auslandsgeschäft: Die internationale Expansion von Temu trifft in westlichen Märkten auf zunehmend strenge behördliche Vorgaben, Prüfpflichten und Diskussionen über Einfuhrbestimmungen, so zum Beispiel die Zollregelungen für kleine Pakete.
Für den internationalen E-Commerce-Markt deutet der wachsende Druck auf eine veränderte Wettbewerbslage hin. Wenn PDD gezwungen ist, profitabler zu wirtschaften und steigende Compliance-Kosten abzufedern, schrumpft der Spielraum für rein subventionsgetriebene Tiefstpreise. Das ungebremste Wachstum der Plattform weicht schrittweise einer Phase der Konsolidierung.
Einschätzung der Redaktion
Das kann ein Vorteil für den deutschen und gesamteuropäischen E-Commerce darstellen. Handelsverbände aber auch Verbraucherstellen kritisierten die Plattform scharf dafür, dass sie dem heimischen Wettbewerb schade. Das zeigte Wirkung, da auf nationaler und EU-Ebene erste Regulierungen greifen. Deutsche Händler sollten diese Meldung als Anlass sehen, dass keine Plattform zu groß ist, um doch nicht wieder zu scheitern.