Hinweise im App-Code deuten auf den Einstieg von ByteDance in den P2P-Zahlungsverkehr hin. Damit rückt TikTok mit Social Payment näher.
TikToks Code lässt vermuten, dass neue Zahlungsfunktionen geplant sind.
Die Social-Media-Plattform TikTok bereitet offenbar den Einstieg in den direkten Zahlungsverkehr zwischen Privatpersonen vor. US-Medien wie Bloomberg und TechCrunch berichten, dass entsprechende Hinweise im Quellcode der amerikanischen iOS-Version entdeckt wurden. Die geplante Funktion soll es Nutzern ermöglichen, Geldüberweisungen direkt innerhalb privater Direktnachrichten zu verschicken, mit einer kurzen Textmitteilung zu versehen und per Fingertipp zu empfangen. Der Mutterkonzern ByteDance hat die Pläne bislang weder bestätigt noch dementiert.
Vom Kurzvideodienst zur multifunktionalen Super-App
Technologisch könnte das Peer-to-Peer-System auf dem Dienst TikTok Pay aufsetzen. Dieser wird in Südostasien bereits genutzt, um reguläre Checkouts innerhalb des TikTok Shop abzuwickeln. Eine Ausweitung auf direkte Überweisungen zwischen Nutzerkonten würde das Funktionsspektrum der Plattform über den reinen Onlinehandel hinaus signifikant erweitern.
Branchenbeobachter ziehen Parallelen zu asiatischen Vorbildern wie WeChat. Der chinesische Dienst verzahnt über WeChat Pay seit Jahren Messenger-Kommunikation und Finanztransaktionen eng miteinander und fungiert als geschlossenes Ökosystem für den Alltag seiner Nutzerschaft.
Fintech-Expansion über Schwellenländer
Die Ambitionen von ByteDance im Fintech-Sektor reichen über die USA und Asien hinaus. Behördliche Schritte belegen diesen Kurs: So hat das Unternehmen unter anderem in Brasilien offizielle Genehmigungen für Zahlungs- und Kreditdienstleistungen beantragt. Vor allem in Schwellenländern mit weniger präsenten Bankenstrukturen scheint der Konzern ein beträchtliches Wachstumspotenzial zu sehen.
Sollte der globale Rollout gelingen, vollzieht TikTok den strategischen Wandel von einer reinen Unterhaltungs- und Marketingplattform zu einem umfassenden Transaktionsökosystem. Damit träte das Unternehmen künftig in direkte Konkurrenz zu etablierten Wallets und Bezahldiensten. Hinweise darauf, dass solch eine Funktion für den deutschen oder EU-Markt geplant sind, gibt es nicht.