Die erhoffte Erholung im Mittelstand bleibt aus. Vor allem die Umsatzentwicklung im Handel gerät weiter Druck, während steigende Arbeitskosten die Margen belasten.
Nach einer kurzen Erholung im Vormonat hat sich die wirtschaftliche Lage des deutschen Mittelstands im Juli erneut verschlechtert. Laut aktuellem DATEV-Mittelstandsindex sanken die Umsätze im Vergleich zum Vorjahresmonat saison- und kalenderbereinigt um 2,0 Prozent. Der Umsatzindex gab gegenüber dem Vormonat um 1,0 Prozent nach und notiert nun bei 95,2 Punkten. Damit bleibt eine nachhaltige konjunkturelle Belebung weiterhin aus.
Handel und Baugewerbe verzeichnen die stärksten Einbußen
Besonders deutliche Rückgänge meldeten das Baugewerbe und der Handel. Während die Erlöse im Handelssektor im Vorjahresvergleich um 6,6 Prozent nachgaben, verzeichnete das Baugewerbe mit einem Minus von 9,9 Prozent den stärksten Einbruch aller Wirtschaftszweige. Auch andere Segmente blieben hinter dem Vorjahr zurück:
- Verarbeitendes Gewerbe: Umsatzrückgang um 5,0 Prozent
- Sonstige Dienstleistungen: Erlöse sanken um 4,8 Prozent
- Gastgewerbe: Als einzige Branche im Plus mit einem Zuwachs von 5,9 Prozent
Steigende Personalausgaben erhöhen den Margendruck
Trotz der sinkenden Erlöse hält der Lohndruck im Mittelstand unvermindert an. Die Löhne und Gehälter legten im Vorjahresvergleich um 4,9 Prozent zu. Besonders kräftig stiegen die Arbeitskosten im Gastgewerbe mit einem Plus von 6,5 Prozent sowie in mittleren Unternehmen mit 5,8 Prozent.
Gleichzeitig schwächte sich die Beschäftigung leicht ab. Die Mitarbeiterzahl sank sowohl im Vorjahres- als auch im Vormonatsvergleich um jeweils 0,2 Prozent. Lediglich Kleinstunternehmen und der Bereich sonstige Dienstleistungen konnten geringfügige Zuwächse verzeichnen.
Schwieriges Marktumfeld zur Jahresmitte
Die aktuellen Auswertungen unterstreichen die angespannte Gesamtlage mittelständischer Betriebe. Vor allem das Zusammentreffen von rückläufigen Umsätzen in tragenden Branchen wie dem Handel und parallel wachsenden Arbeitskosten stellt die Unternehmen vor erhebliche wirtschaftliche Herausforderungen.