Der Drogeriekonzern dm bindet den europäischen Bezahldienst Wero in seinen Onlineshop ein.
Der Drogeriehändler dm integriert ab dem 25. August den europäischen Bezahldienst Wero in seinen Onlineshop. Mit diesem Schritt öffnet einer der reichweitenstärksten deutschen E-Commerce-Akteure seine Kassen für das Gemeinschaftsprojekt der European Payments Initiative (EPI). Ziel ist es, Kundinnen und Kunden eine kontobasierte Direktzahlung anzubieten und zugleich eine europäische Alternative zu dominierenden US-Anbietern zu etablieren.
Für dm handelt es sich nicht um einen reinen Test am Rande. Laut dm-Finanzchef Martin Dallmeier soll Wero innerhalb der ersten sechs bis zwölf Monate einen Anteil von fünf Prozent am digitalen Zahlungsvolumen erzielen. Bewährt sich das Verfahren im Webshop, stellt das Unternehmen auch eine Einführung in den stationären Filialen in Aussicht.
Kostenvorteile im E-Commerce
Hinter der Entscheidung stehen klare wirtschaftliche Faktoren: Der dm-Onlineshop erzielt Schätzungen zufolge einen Jahresumsatz von rund 820 Millionen Euro. Transaktionsgebühren wirken sich im margensensiblen Drogeriegeschäft direkt auf das Betriebsergebnis aus. Marktführer PayPal verlangt laut Zahlen des Kölner EHI Retail Institute im Schnitt 1,94 Prozent des Händlerumsatzes. Wero setzt auf direkte Kontobindung via Instant Payment und gilt für Händler als potenziell deutlich günstigere Option, um Payment-Kosten nachhaltig zu senken.
Wichtiger Hebel gegen das Henne-Ei-Problem
Für die EPI bedeutet die Partnerschaft einen entscheidenden Meilenstein. Neue Zahldienste stehen regelmäßig vor der Hürde, dass Kunden neue Systeme ohne breite Akzeptanz meiden, während Händler ohne etablierte Nutzerschaft die Integration scheuen. Aktuell unterstützen rund 600 Händler das Wero-Verfahren.
Das Potenzial für den europäischen Dienst ist vorhanden: Laut einer Umfrage des Digitalverbands Bitkom zeigen sich 53 Prozent der Bundesbürger grundsätzlich offen für europäische Bezahllösungen. Allerdings belegen Daten des Vergleichsportals Verivox auch, dass Wero knapp zwei Dritteln der Verbraucher in Deutschland bislang kein Begriff ist. Die prominente Platzierung im reichweitenstarken dm-Checkout könnte dem System nun die nötige Sichtbarkeit im Massenmarkt verschaffen.