Als europäische Antwort auf PayPal gestartet, tut sich Wero im deutschen Markt noch schwer. Eine aktuelle Umfrage belegt deutliche Lücken bei Bekanntheit und Akzeptanz.
Der europäische Zahlungsdienst Wero kommt auf dem deutschen Markt nur schleppend voran und verzeichnet erhebliche Bekanntheitsdefizite. Trotz des erklärten Ziels der European Payments Initiative (EPI), eine schlagkräftige europäische Alternative zu US-Anbietern wie PayPal zu etablieren, scheitert der Dienst im Alltag bislang an der Wahrnehmung der Verbraucher.
Das belegt eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Innofact im Auftrag des Vergleichsportals Verivox. Lediglich 39 Prozent der 1.002 befragten Personen in Deutschland wussten korrekt, dass es sich bei Wero um einen Zahlungsdienst handelt. Fast ein Drittel der Befragten (31 Prozent) hatte noch nie von Wero gehört, während knapp 23 Prozent der Name zwar vertraut war, sie diesen jedoch inhaltlich nicht zuordnen konnten.
PayPal ist immer noch einer der beliebtesten Zahlungsmöglichkeiten im Onlinehandel
Skepsis im Markt und verhaltene Nutzung
Die Zahlen spiegeln sich direkt im Nutzungsverhalten wider: Von den Befragten, denen Wero ein Begriff ist, haben rund 64,8 Prozent das System bislang nicht ausprobiert. Zudem bezweifeln knapp 58 Prozent der Befragten, dass Wero der Durchbruch zum beliebtesten Bezahldienst Europas gelingen wird.
Auch im direkten Marktvergleich ist der Abstand zur US-Konkurrenz beträchtlich. Während PayPal hierzulande auf rund 35 Millionen aktive Konten verweist, zählt Wero nach Angaben der EPI in Deutschland aktuell rund 9 Millionen registrierte Nutzer.
Strategische Ausrichtung der European Payments Initiative
Hinter Wero steht das Bestreben europäischer Banken und Zahlungsdienstleister, die Unabhängigkeit Europas im digitalen Zahlungsverkehr zu stärken. Seit dem Start im Juli 2024 ermöglicht das System mobile Direktüberweisungen zwischen Privatpersonen und wird schrittweise für den Online-Handel geöffnet.
Insgesamt zählt die EPI bereits 57 Millionen Nutzer in den drei Kernmärkten Deutschland, Frankreich und Belgien. Für die Zukunft verfolgt die Initiative einen Kurs:
- Ablösung nationaler Bezahlsysteme: In den Niederlanden soll das etablierte System iDEAL schrittweise in Wero integriert werden, in Luxemburg der Dienst Payconiq.
- Internationale Expansion: Für das Jahr 2027 ist der offizielle Marktstart in Österreich geplant.
- Ausbau des Handelsgeschäfts: Neben P2P-Transaktionen soll die Akzeptanz im E-Commerce sukzessive vergrößert werden.
Wird sich Wero durchsetzen können?
Es bleibt fraglich, ob deutsche Verbraucher auf Wero umsteigen werden. Fakt ist, Händler sollten diese Entwicklungen im Auge behalten, um zukünftig Wero z. B. als Zahlungsanbieter in ihren Onlineshops zu integrieren. Die Anzahl und Auswahl an Bezahlmöglichkeiten kann nämlich maßgeblich die Conversion im Checkout beeinflussen.