Xiaomi will seine Elektroautos ab 2027 in Deutschland und weiteren europäischen Ländern verkaufen. Acht deutsche Autohandelsgruppen sollen Vertrieb und Kundendienst aufbauen.
Der Hersteller ist eher für Smartphones bekannt, doch möchte nun mit seinen Elektroautos auch den deutschen Markt erobern
Xiaomi – ein weniger bekannter Hersteller von Smartphones – kündigte an, seine Elektroautos ab 2027 in Deutschland und anderen EU-Ländern verkaufen zu wollen. Auf der IFA in Berlin unterzeichnete der Technologiekonzern Absichtserklärungen mit acht deutschen Autohandelsgruppen für den Aufbau von Vertrieb und Kundendienst. Die Kooperationen sollen ein flächendeckendes Verkaufs- und Werkstattnetz ermöglichen.
Zu den acht Partnern gehören laut Berichten: Emil Frey Germany, die Ernst Dello Gruppe, Autohaus Dinnebier, Hahn Automobile, die LUEG Mobility Gruppe, Fett & Wirtz, SPT Avior und Penske-Jacobs. Xiaomi-Vizepräsident Yu Liguo, der für das Auslandsgeschäft der Autosparte von Xiaomi zuständig ist, bezeichnete die Partner als wichtigen Baustein für einen verlässlichen Markteintritt.
Lokale Partner für den europäischen Ausbau
Xiaomi begründet den Vorstoß mit einem langfristigen Engagement in Europa. Neben den geplanten Kooperationen verfügt das Unternehmen laut Bericht bereits über ein Forschungs- und Entwicklungszentrum in München. Die Autohandelsgruppen sollen mit ihren Standorten und Werkstätten den Zugang zu Kunden sowie Wartung und Service vor Ort ermöglichen.
In China hat Xiaomi nach eigenen Angaben seit dem Verkaufsstart der Elektrolimousine SU7 im Frühjahr 2024 mehr als 700.000 Fahrzeuge ausgeliefert. Das SUV YU7 soll laut Bericht innerhalb von 18 Stunden mehr als 240.000 verbindliche Bestellungen erhalten haben. Anders als die chinesische Automarke BYD – dessen Autos bereits seit 2023 in Deutschland erhältlich sind – positioniert sich Xiaomi mit seinen Fahrzeugen im Premium- und Technologiesegment. BYD steht eher für günstigere Elektroautos und bezahlbare E-Mobilität.
Mit dem geplanten Start erhöht Xiaomi den Wettbewerbsdruck auf die bereits wackligen deutschen Autohersteller. Ob aus den Absichtserklärungen konkrete Verkaufsstandorte und langfristige Verträge entstehen, wird sich im weiteren Aufbau zeigen.